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SUMMARY:Rohstoffkonflikte und Arbeit in Lateinamerika: Das Beispiel Lithium
DESCRIPTION:Im Zuge von Digitalisierung und Dekarbonisierung erlebt die glo
 bale Nachfrage nach Rohstoffen (erneut) einen Boom. Insbesondere sogenannt
 e „kritische“ oder „seltene“ Rohstoffe wie Lithium\,\n\nKupfer ode
 r Nickel – zentrale Bestandteile von Batterien\, erneuerbaren Energietec
 hnologien und digitaler Infrastruktur – stehen im Zentrum dieser Entwick
 lung. Diese Nachfrage wirkt als starker Treiber extraktivistischer Aktivit
 äten im globalen Süden und verstärkt bestehende Abhängigkeits- und Aus
 beutungsstrukturen globaler Produktions- und Warenketten.\n\nIn Lateinamer
 ika trifft die steigende Rohstoffnachfrage vielfach auf eine politische Ö
 konomie\, die in den meisten Fällen durch weitreichende Liberalisierungsp
 rozesse geprägt ist. In mehreren Ländern wurden nationale Regulierungen 
 für ausländische Investoren gelockert oder abgebaut\, um den Zugang zu R
 ohstoffvorkommen zu erleichtern – jüngst etwa in Argentinien unter der 
 Regierung von Javier Milei. Diese Entwicklungen stehen in einem Spannungsv
 erhältnis zu sozialen und ökologischen Folgen vor Ort.\n\nDabei hat der 
 Bergbau in Lateinamerika eine lange historische Tradition\, die bis in die
  koloniale Phase zurückreicht. Extraktive Wirtschaftsweisen haben die Reg
 ion tiefgreifend geprägt – ökonomisch\, sozial und räumlich. Das Semi
 nar beleuchtet diese historischen Kontinuitäten ebenso wie ihre gegenwär
 tigen Ausprägungen im Kontext globaler Warenketten und dem Einfluss trans
 nationaler Unternehmen.\n\nEin besonderer Fokus liegt auf den lokalen Folg
 en von Rohstoffförderung. Extraktivistische Projekte stehen traditionell 
 in Konflikt mit Umwelt- und Naturschutz sowie mit den Lebensrealitäten in
 digener Gemeinschaften. Diese sind häufig unmittelbar betroffen\, da Extr
 aktivismus Landnutzungsrechte einschränkt\, den Zugang zu ausreichend sau
 berem Wasser gefährdet und durch kontaminierte Böden Subsistenzaktivitä
 ten wie Landwirtschaft oder Viehzucht unterminiert. Rohstoffkonflikte sind
  damit nicht nur ökologische\, sondern auch arbeits- und lebensweltbezoge
 ne Auseinandersetzungen.\n\nAufbauend auf konzeptuellen Grundlagen wie (po
 stfossilem) Extraktivismus und grünem Kolonialismus diskutiert das Semina
 r anhand exemplarischer empirischer Fallstudien aus Lateinamerika konkrete
  Rohstoffkonflikte\, ihre sozialen und ökologischen Folgen sowie die Hand
 lungsspielräume unterschiedlicher Akteure. Neben den Konfliktdynamiken we
 rden auch mögliche Lösungsansätze\, Widerstandsformen und Alternativen 
 zu extraktivistischen Entwicklungsmodellen thematisiert. In der Sitzung am
  4.6. beschäftigen wir uns mit dem Fall des Lithium-Abbaus.\n\nOrt: Carl-
 Zeiss-Str. 3\, 07743 Jena\, SR 207
LOCATION:Friedrich-Schiller-Universität Jena\, Carl-Zeiß-Straße 3\, 0774
 3 Jena\, Jena
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