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Dienstag, 2. Juni, 18:00 bis 19:30 Uhr

Ableismus als Ausdruck von Autoritarismus

Vor Ort

Der Vortrag fragt nach Ableismus als Ausdruck eines zunehmenden Autoritarismus in der Gesellschaft. Die Historikerin Dagmar Herzog schreibt dazu zeit- und gesellschaftsdiagnostisch, dass sich die Situation für Menschen mit Behinderung in Deutschland zwar seit 1945 insgesamt verbessert habe und nennt die UN-BRK und die teilw. Aufarbeitung der eugenistisch-sozialrassistischen NS-Verbrechen gegenüber behinderten Menschen. Sie erweitert diese Einschätzung aber: Denn zeitgleich setzten sich auch Widerstände gegen den Paradigmenwechsel in Richtung Demokratie, Inklusion und Teilhabe durch. Insbesondere ‚geistige Behinderung' werde immer wieder reaktiviert, um das ‚eigene' Selbstverständnis national aufzuladen und behinderte Menschen vermeintlich als ‚Belastung' zu diffamieren. Wirksam werden Ausgrenzungen gegenüber vermeintlich ‚Anderen' dabei, weil das Unbehagen offenbar auf breite Resonanz trifft. Im Bildungs- und Sozialsystem sind hier gegenwärtig massive Backlashes zu beobachten, die Exklusion, Nicht-Teilhabe und Marginalisierung gegenüber Menschen mit Behinderungen (wieder) normalisieren und als legitim erscheinen lassen. Gefragt und gemeinsam besprochen wird: Wie ist Ableismus als Diskriminierungsform überhaupt strukturiert? Wie vulnerabel ist der Mensch im Verlauf der Lebensspanne? Welche Bedeutung hat das Verständnis und der Umgang mit ‚Behinderung' für Demokratie, Bildungsarbeit und Soziale Arbeit?

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Ort
Brühl 20, Raum HIG 111, Hildesheim
Veranstaltet von
Prof. Dr. Karin Cudak, Studis gegen Rechts Hildesheim

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