Zum Inhalt springen

Mittwoch, 18. November, 18:30 bis 20:30 Uhr

Adorno-Vorlesungen 2026: Melinda Cooper – Anachronism in Our Times

Vortrag · Vor Ort · Politische Bildung · Sozialwissenschaften · Soziologie · fachübergreifend

18.11.2026: Patrimonial Capitalism 19.11.2026: Fascism as Revolutionary Conservatism 20.11.2026: Patriarchy Resurgent Seit 2002 veranstaltet das Institut für Sozialforschung in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag jährlich Vorlesungen, die an drei Abenden an Theodor W. Adorno erinnern. In diesem Jahr widmet sich die Sozialtheoretikerin Melinda Cooper unter dem Titel Anachronism in our Times den Wiedergängern scheinbar antiquierter sozialer Praktiken. Sei es der zunehmend patrimoniale Stil des Hightech-Kapitals, der Aufstieg eines umstürzlerischen Nativismus oder die krude Rückbesinnung auf männliche Herrschaft über Frauen. Manche sehen hierin ein Zeichen dafür, dass eine neue Ära des Feudalismus begonnen habe oder der Kapitalismus insgesamt überwunden worden sei, wobei sie sich dabei typischerweise auf Karl Marx berufen. Doch dessen Denken über die Zeitstrukturen des Kapitalismus war nuancierter. So hat sich Marx mit der Möglichkeit auseinandergesetzt, dass Geschichte auch zurückgedreht werden und die Revolution regressive Formen annehmen könne. Ausgehend von Marx’ Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte deutet Cooper in den Adorno-Vorlesungen 2026 zeitgenössische Anachronismen nicht als Überreste vergangener Epochen, sondern als Hinweise auf die spezifische zeitliche Logik des Kapitalismus. Die börsennotierte Aktiengesellschaft war einst das unangefochtene Zentrum des amerikanischen Wirtschaftslebens. In den letzten Jahren haben jedoch private, von Gründern oder Familien kontrollierte Unternehmen und Investmentfonds neue Bedeutung erlangt. Tech‑Gründer wie Elon Musk sind beispielhaft für den Trend, die Grenzen zwischen dem Schutz des Familienvermögens und wirtschaftlicher Machtakkumulation zunehmend verschwimmen zu lassen. Diese Entwicklung, die oftmals als eine Rückkehr zum Feudalismus aufgefasst wird, erinnert aus anderer Perspektive an das amerikanische Gilded Age.

In den KalenderBearbeiten

Hinweis zur Zeit
17:45
Hochschule
Goethe-Universität FrankfurtInstitut für SozialforschungFrankfurt am Main
Ort
Hörsaalgebäude, Hörsaal H IV, Campus Bockenheim, Mertonstraße
Veranstaltet von
Institut für Sozialforschung
Zielgruppe
offen für alle

Stimmt hier etwas nicht? Veranstaltung melden