Mittwoch, 18. November, 16:00 bis 18:00 Uhr
Literatur- und Kulturpolitik der ‚Neuen Rechten‘. Input und Gespräch über Selbstverständnis, Akteure und Schauplätze mit Mareike Gronich und Stefanie Granzow.
Podium · Vor Ort · Erziehungswissenschaft · Germanistik · Kulturwissenschaften · Politische Bildung · fachübergreifend
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Die politischen Kämpfe der ‚Neuen Rechten‘ sind auch die über Deutungen und Deutungsmacht. Der kulturelle, insbesondere literarische Bereich ist ihnen dafür ein bevorzugtes Feld. Das haben sie ideologisch wie theoretisch untermauert, das bedienen sie praktisch mit eigenen Texten und sie ‚pflegen‘ es mit eigenen Formaten. Mit dieser vor-politischen Vorhut wollen sie die Bedingung der Möglichkeit schaffen: wenn der Mensch erst einmal mittels Sprachgebrauch und freiem Wort erobert ist, dann kann sich die rechtsextreme Politik praktisch durchsetzen. Dass sie das nicht nur der individuellen Sprachpraxis oder der willkürlichen Freizeitlektüre überlassen wollen, machen sie durch ihre Ansagen deutlich, Schulen, Universitäten und Bildungseinrichtungen einerseits inhaltlich (wie personell) neu herzurichten und zivilgesellschaftliche Initiativen andererseits durch Aussicht auf Nicht-Förderung auf den patriotischen Kurs zu bringen. Sachsen-Anhalt ist in mehrfacher Hinsicht ein besonderes Pflaster dieses Vorhabens. Haben die Identitären vor Jahren ihr in unmittelbarer Uninähe angesiedeltes Wohnprojekt aufgegeben und Halle verlassen, haben sich indes der neurechts ausgerichtete, für das neurechte Milieu zentrale Antaois Verlag in Schnellroda und die überregional beachtete rechtsextreme Buchmesse „Seitenwechsel“ in Halle verstetigt bzw. sind auf dem Weg dahin. Heute Abend wollen wir uns über diesen ‚Kulturkampf von Rechts‘ auf dem Feld der Literatur austauschen. - Mareike Gronich ist Literaturwissenschaftlerin an der Uni Bielefeld, Redakteurin bei ‚undercurrents‘ und Mitautorin der Studie „Literatur- und Kulturpolitik der ‚Neuen Rechten‘“, die 2026 als Open Access bei Transcript erschienen ist. Stefanie Granzow arbeitet an der Uni Halle im Bereich Erziehungswissenschaften und forscht zur politisch-gesellschaftlichen Funktion von Literatur für das Erwachsenwerden. Eine Veranstaltung des Germanistischen Instituts und des Instituts für Schulpädagogik und Grundschuldidaktik.
- Hochschule
- Martin-Luther-Universität Halle-WittenbergGermanistik und ErziehungswissenschaftenHalle (Saale)
- Ort
- Hörsaal Z, Melanchthonianum, Universitätplatz
- Veranstaltet von
- Steffen Hendel
- Zielgruppe
- Studierende, Lehrende, alle Interessierte
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