Mittwoch, 3. Juni, 12:15 bis 13:45 Uhr
Offene Vorlesung: Häuser als Exponate
Vor Ort
Fachvertreter der Universitäts-Volkskunde engagierten sich in Deutschland begeistert für rassistisches Denken und völkische Politik, nicht erst ab 1933. Jede kulturelle Form sollte ausgedeutet werden als Hervorbringung einer ‚Rasse‘. Nach 1945 änderten sie meist nur die Überschrift, etwa zu ‚Region‘ und ‚Tradition‘, mit beträchtlicher Popularisierung in manchen Freilichtmuseen. Bei dieser ‚Hausforschung‘ ging es nicht um eine wissenschaftliche Geschichte bäuerlicher Architektur, sondern um binneneuropäischen Evolutionismus mit Gebietsansprüchen. Wenn heute die Veranstaltungen zu 100 Jahren Bauhaus in Dessau mit dem Hinweis auf dabei vermeintlich missachtete „tradierte Formen des Hausbaus“ kritisiert werden (AfD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt im Oktober 2024), dann zeigt uns das, wie zentral solche ideologischen Kulturdeutungen für rechtsextreme Politik sind.
- Ort
- Universität Münster, Scharnhorststr. 100, Hörsaal SCH 100.2
- Veranstaltet von
- Prof. Dr. Elisabeth Timm(externer Link)
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