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Donnerstag, 4. Juni, 12:00 bis 18:00 Uhr

Rohstoffkonflikte und Arbeit in Lateinamerika: Das Beispiel Lithium

Vor Ort

Im Zuge von Digitalisierung und Dekarbonisierung erlebt die globale Nachfrage nach Rohstoffen (erneut) einen Boom. Insbesondere sogenannte „kritische“ oder „seltene“ Rohstoffe wie Lithium, Kupfer oder Nickel – zentrale Bestandteile von Batterien, erneuerbaren Energietechnologien und digitaler Infrastruktur – stehen im Zentrum dieser Entwicklung. Diese Nachfrage wirkt als starker Treiber extraktivistischer Aktivitäten im globalen Süden und verstärkt bestehende Abhängigkeits- und Ausbeutungsstrukturen globaler Produktions- und Warenketten. In Lateinamerika trifft die steigende Rohstoffnachfrage vielfach auf eine politische Ökonomie, die in den meisten Fällen durch weitreichende Liberalisierungsprozesse geprägt ist. In mehreren Ländern wurden nationale Regulierungen für ausländische Investoren gelockert oder abgebaut, um den Zugang zu Rohstoffvorkommen zu erleichtern – jüngst etwa in Argentinien unter der Regierung von Javier Milei. Diese Entwicklungen stehen in einem Spannungsverhältnis zu sozialen und ökologischen Folgen vor Ort. Dabei hat der Bergbau in Lateinamerika eine lange historische Tradition, die bis in die koloniale Phase zurückreicht. Extraktive Wirtschaftsweisen haben die Region tiefgreifend geprägt – ökonomisch, sozial und räumlich. Das Seminar beleuchtet diese historischen Kontinuitäten ebenso wie ihre gegenwärtigen Ausprägungen im Kontext globaler Warenketten und dem Einfluss transnationaler Unternehmen. Ein besonderer Fokus liegt auf den lokalen Folgen von Rohstoffförderung. Extraktivistische Projekte stehen traditionell in Konflikt mit Umwelt- und Naturschutz sowie mit den Lebensrealitäten indigener Gemeinschaften. Diese sind häufig unmittelbar betroffen, da Extraktivismus Landnutzungsrechte einschränkt, den Zugang zu ausreichend sauberem Wasser gefährdet und durch kontaminierte Böden Subsistenzaktivitäten wie Landwirtschaft oder Viehzucht unterminiert. Rohstoffkonflikte sind damit nicht nur ökologische, sondern auch arbeits- und lebensweltbezogene Auseinandersetzungen. Aufbauend auf konzeptuellen Grundlagen wie (postfossilem) Extraktivismus und grünem Kolonialismus diskutiert das Seminar anhand exemplarischer empirischer Fallstudien aus Lateinamerika konkrete Rohstoffkonflikte, ihre sozialen und ökologischen Folgen sowie die Handlungsspielräume unterschiedlicher Akteure. Neben den Konfliktdynamiken werden auch mögliche Lösungsansätze, Widerstandsformen und Alternativen zu extraktivistischen Entwicklungsmodellen thematisiert. In der Sitzung am 4.6. beschäftigen wir uns mit dem Fall des Lithium-Abbaus. Ort: Carl-Zeiss-Str. 3, 07743 Jena, SR 207

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Hinweis zur Zeit
c.t.
Ort
Friedrich-Schiller-Universität Jena, Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
Veranstaltet von
Johanna Sittel

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