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Mittwoch, 3. Juni, 14:30 bis 17:00 Uhr

Schöner wohnen im Rechtsruck? Christoph Schlingensief, Henrike Naumann und die Frage, wem Normalität gehört

Vor Ort

Unter dem Titel „Schöner Wohnen im Rechtsruck?“ beschäftigen wir uns mit künstlerischen Positionen, die rechte, autoritäre und faschistische Tendenzen nicht nur kritisieren, sondern stören, bloßlegen und ästhetisch angreifen. Dafür betrachten wir zunächst Arbeiten von Christoph Schlingensief und Henrike Naumann. Anschließend gibt es eine offene, von Studierenden moderierte Diskussionsrunde. Diese beiden künstlerischen Positionen interessieren uns, weil sie rechte Ideologien nicht erst dort suchen, wo sie als Parole, Parteiprogramm oder eindeutiges Symbol auftreten. Sie zeigen vielmehr, wie sich rechte Weltbilder in Bilder, Räume, Medienlogiken, Geschmack, Humor, Nostalgie und Vorstellungen von „Normalität“ einschreiben. Rechte Positionierung kommt nicht immer mit Springerstiefeln. Manchmal kommt sie als Wohnzimmereinrichtung, als Meme, als Talkshow, als „man wird ja wohl noch sagen dürfen“, als Sehnsucht nach Ordnung, Zugehörigkeit und vermeintlicher Eindeutigkeit. Ausgehend von diesen künstlerischen Positionen wollen wir diskutieren: Wie nehmen wir den aktuellen rechten vibe shift wahr? Woran merken wir, dass rechte Begriffe, Bilder und Affekte alltäglicher, sagbarer und anschlussfähiger werden? Warum wirken rechte Ästhetiken für manche plötzlich weniger peinlich, weniger brutal, statt als rand-ständig, als wider-ständig, als rebellisch oder gar als normal? Und vor allem: Wie können Kunst, Lehre und auch Hochschule darauf reagieren, ohne rechten Ästhetiken nur hinterherzuräumen? Wie verhindern wir, dass linke, queere, solidarische und demokratische Praxen immer nur als „Gegenposition“ oder gar „Minderheitenästhetik“ erscheinen? Wie schaffen wir Bilder, Räume und Haltungen, in denen nicht die rückwärtsgerichtete Sehnsucht nach Ordnung die Normalität besetzt, sondern Freiheit, Ambivalenz, Solidarität, queeres Leben und auch Dissens als Normalität erfahrbar werden? Die Veranstaltung versteht sich als offener Diskussionsraum für Studierende, Lehrende und Interessierte. Es geht nicht um fertige Antworten und auch nicht um eine beruhigende Konsensübung. Es geht um die Frage, wie Kunsthochschulen auf rechte Normalisierung reagieren können — nicht nur mit Analyse und Abwehr, sondern mit eigenen ästhetischen Setzungen und Gegenentwürfen.

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Ort
Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg, Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg, Große Str. 107, 28870 Ottersberg

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